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In der Mitte hervorragend, am Ufer zu dünn

15.01.2010
Stadtwerke wollen auch heute wieder die Tragfähigkeit der Eisschicht auf dem Gondelteich prüfen
Schlittschuhläufer waren es nicht, die gestern auf dem zugefrorenem Gondelteich die Runde machten. Sondern: zwei Männer mit robusten Profil unter den Sohlen sowie Schneeschieber und Bohrmaschine in der Hand. Und sie waren auch nicht aus Jux da, sondern von Berufs wegen: Während Reiner Mayer mit der Schaufel eine Bahn durch den Schnee furchte, machte Sylvan Spilder an ein paar Stellen Halt und setzte den Bohrer aufs freigeschabte Eis. Es war das erste Mal in diesem Winter, dass die Stadtwerke-Männer die Stabilität des Eises prüften.
Das Ereignis klingt allerdings noch nicht optimal. "Die Mitte ist wirklich hervorragend, aber in der Uferzone ist das Eis mit elf Zentimetern wesentlich dünner", sagt Dieter Boldt. "Und die Fläche ist auch ziemlich rubbelig". Somit schätzt der Stadtwerke-Chef die Möglichkeit, die Eisfläche kurzfristig freizugeben, als eher gering ein. Doch er verspricht: "Wir messen jeden Tag. Mal sehen, was wir zum Wochenende hinkriegen." Die Entscheidung, ob die Schlittschuhläufer den von den Stadtwerken gepachteten Gondelteich erobern dürften, trifft das Ordnungsamt im Rathaus aufgrund der Bohr-Ergebnisse. Und für Tanja Pohl stand gestern fest: "Weil der Teich in bestimmten Bereichen die erforderliche Mindestdicke noch nicht erreicht hat, bleibt er gesperrt." Die Rauthausmitarbeiterin versichert aber: "Wir sind auch bestrebt, ihn freizugeben. Aber auch eigene Gefahr."
Die Chancen, dass die Eislauf-Fans ihre Kufen aus dem Keller holen können, sind allerdings schwer einzuschätzen. Kalt genug soll es mit Temperaturen zwischen minus 1 und minus 8 Grad zwar auch in den nächsten Tagen bleiben. Aber für Sonntag ist schon wieder Schneeregen angesagt. Dabei müsste zum Laufen erst einmal der Schnee geräumt werden, der jetzt das Eis bedeckt. "Wir fragen die AIBP, ob sie uns wieder hilft", so Dieter Boldt. "Eine schöne große Fläche in der Teichmitte freizuschieben, wird sicherlich gelingen." Aufs Eis dürften die Kufen-Fans dann aber nur über den Steg.
Und wie haben seine Mitarbeiter geprüft, ob sie zum Test überhaupt aufs Eis konnten? "Sie haben erst einmal eine große Holzpalette hingelegt und sind darauf gestiegen. So kamen sie gut über den Rand." Wenn aus dem Eisvergnügen etwas wird, können die Schlittschuhläufer die Thermoskanne zu Hause lassen. "Loris Calvi hat sich bereit erklärt, vor Ort die Bewirtung zu übernehmen", sagt Dieter Boldt.
Übrigens: Genau heute vor einem Jahr musste die Stadt den Gondelteich nach nur vier Tagen offizieller Erlaubnis zum Betreten wieder sperren. Denn es wurde damals plötzlich wieder warm.

Quelle: Dewezet, 15.1.2010 (jl)

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