Trinkwasser – Fragen und Antworten

Hier finden Sie die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Trinkwasser.


1. Kann ich Leitungswasser trinken?

Das Trinkwasser (Leitungswasser) ist das am besten überwachte Lebensmittel und kann jederzeit bedenkenlos getrunken werden. Dies hat auch die Stiftung Warentest in einem Vergleich mit Mineralwasser bestätigt, wonach das Trinkwasser sogar gesünder und wohlschmeckender ist, als einige der getesteten Mineralwässer.


2. Wieso ist das Bad Pyrmonter Wasser so kalkhaltig?

Das aus Grundwasser gewonnene Trinkwasser enthält Mineralien, die aus dem Erdreich gelöst werden.
In der Atmosphäre reichert sich der anfallende Niederschlag mit Kohlensäure an. Bei der Bodenpassage löst die Kohlensäure die im Boden vorhanden Mineralien Calcium und Magnesium (auch als Härtebildner bezeichnet), die dann mit dem Wasser weiter transportiert werden.


3. Was bedeutet Wasserhärte?

Die Wasserhärte gibt den Gehalt an Calcium und Magnesium im Wasser an. Sind beide Stoffe in hoher Konzentration enthalten, spricht man von hartem Wasser, bei einem geringen Anteil ist das Wasser weich.

Die Verbraucher müssen sich auf neue Angaben zur Wasserhärte einstellen. Das bisherige System der deutschen Härtebereiche von 1 bis 4 wurde durch europäische Vereinheitlichung zugunsten einer dreistufigen Einteilung abgeschafft. Die Wasserhärtebereiche heißen jetzt weich, mittel und hart. Auf den Verpackungen von Waschmitteln, Maschinensalz und in Bedienungsanleitungen für Waschmaschinen werden die neuen Begriffe bereits eingesetzt.

Für die Kunden der Stadtwerke Bad Pyrmont heißt das: An der gewohnt guten Qualität des Wassers ändert sich nichts. Denn die Menge an Calciumcarbonat im Wasser bleibt gleich. Das Wasser in Bad Pyrmont liegt im Härtebereich hart, sie liegt bei 16,8 - 20° dH. 1° deutscher Härte (dH) entspricht 10mg/l Calciumoxid.

Der Grund für die Änderung liegt im europäischen Recht, das die Waschmittelhersteller zur Angabe von Dosierempfehlungen für diese drei Härtebereiche verpflichtet. Deshalb hat der Bundestag das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz nun angepasst und die Wasserversorgungsunternehmen verpflichtet, die Härtebereiche in Millimol je Liter anzugeben:

Härtebereich weich: weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter
Härtebereich mittel: 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter
Härtebereich hart: mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter

Wichtig für die Kunden sind die Dosierungsempfehlungen und Anleitungen von Wasch- und Spülmaschinen. Denn nur die richtige Menge garantiert ein sauberes Waschergebnis. Und eine möglichst geringe Umweltbelastung durch Reinigungsmittel.

Kalkablagerungen verhindern
Hartes, kalkhaltiges Wasser führt vor allem an Heißwassergeräten zu Ablagerungen, deshalb wird in vielen Haushaltsbereichen weiches Wasser gewünscht.
Bei der Erwärmung von Wasser fällt je nach Wasserhärte Kalk- oder Kesselstein an, vor allem in Temperaturbereichen ab 60°C. Wird das Wasser im Haushalt nicht zu stark erhitzt, halten sich die Kalkablagerungen in Grenzen, deshalb die Warmwasserspeicher möglichst auf Temperaturen bis 60° C oder die Energiesparstufe stellen. Damit sich an Haushaltsgeräten wie Wasch- oder Geschirrspülmaschinen keine Kalk-ablagerungen an den Heizstäben bilden, muss das Wasser enthärtet werden. Bei der Waschmaschine erfolgt dieses durch die Waschmitteldosierung entsprechend dem Härtebereich (im Waschmittel ist in der Regel Enthärter enthalten), bei Geschirrspülmaschinen erfolgt dies durch die Zugabe von Regeneriersalz.


4. Was tun bei hartem Wasser?

Härteres Wasser hat durchaus Nachteile:
Sie müssen Nassbereiche häufiger reinigen. Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen und Wasserkocher verkalken sehr schnell. Bei diesen Fällen sind Zitronensäure oder Essig einfache und zuverlässige Mittel!

Warmwasser- Rohrleitungen und Speicher verkalken.
„Warm“-Wasser nicht wesentlich über 50°C erhitzen. Wer duscht schon bei 50°C –  niemand! Denn bei 60°C beginnt der in jedem Wasser (also auch in „weichem“ Wasser) enthaltene Kalk auszuflocken. Und zur Vorbeugung gegen Legionellen verfügen moderne Heizungsanlagen über eine entsprechende Funktion, die die Temperatur in bestimmten Intervallen kurzfristig anhebt.
Und Sie sparen auch noch wertvolle Energie!


5. Soll ich das Wasser aufbereiten?

Nein, unser Trinkwasser ist von so guter Qualität, dass es keinerlei Aufbereitung bedarf und die dafür in Frage kommenden Verfahren Nachteile mit sich bringen. Chemische Aufbereitungsverfahren erfolgen mittels großer „Salztabletten“, die den Entzug der härtebildenden Ionen Calcium und Magnesium bewirken. Das geht aber nur über Zugabe anderer Ionen. Meist sind dies Natriumionen, das Wasser ist dann angereichert mit Natriumchlorid = Kochsalz. Zu viel Natriumchlorid beeinträchtigt den Geschmack z.B. bei Tee und kann bei bestimmten Krankheitsbildern unerwünscht sein. Ein anderes chemisches Verfahren ist die Phosphatdosierung. Dem Trinkwasser wird einfach als „Weichmacher“ Phosphat zugegeben; diese Methode ist kostengünstig, belastet aber durch die Phosphateinleitung ins Abwasser die Umwelt. Physikalische Aufbereitungsverfahren durch Umkehrosmose oder Nanofiltration entfernen unter extrem hohen Druck härtebildende Ionen, dies erfordert aber einen sehr hohen Energieaufwand. Physikalische Entkalkungsverfahren ohne Enthärtung arbeiten im Gegensatz dazu meist nicht im Sinne einer echten „Wasserenthärtung“. Sie beschränken sich vielmehr darauf, durch Veränderungen der Kalkstruktur den Kalkausfall zu verhindern. Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist sehr umstritten. Ebenfalls höchst umstritten ist die Magnetbehandlung des Trinkwassers. Bei der Elektrolyse wird durch Verschiebung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts die Ausfällung erzwungen. Korrosionsgefahr an metallen Leitungen und die Entstehung gesundheitsbedenklicher Nitrite sind hier beispielsweise als „Nebenwirkungen“ zu nennen.
Wasseraufbereitungsanlagen machen daher im Normalfall nur bei großtechnischen Anlagen wie z.B. Krankenhäusern und in Wäschereien Sinn. Sollten Sie sich doch für eine Wasseraufbereitungsanlage in Ihrem Haushalt entscheiden, so achten Sie darauf, dass die Geräte ein Prüfzeichen des „Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs“ (DVGW) tragen.

Der DVGW prüft die auf dem Markt befindlichen Geräte auf Wirksamkeit. Weiterhin sollten Sie sich an ein eingetragenes Installationsunternehmen oder die Stadtwerke wenden, diese stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.


6. Warum gibt es überhaupt Wasserfilter, wenn die Qualität des Trinkwassers so hoch ist?

„Filter“ sollen ungelöste Stoffe dem Trinkwasser entziehen, welche zu technischen Störungen in der Hausinstallation führen könnten. Es ist unvermeidbar, dass mit dem Trinkwasser gelegentlich kleine Feststoffpartikel wie Rostteilchen in die Hausinstallation eingespült werden. Dies Teilchen sind oftmals losgelöste Korrosionsprodukte und Inkrustationen aus den Rohrleitungen.
Eine Einwirkung auf die hygienischen und chemischen Eigenschaften des Trinkwassers wird von diesen Filtern nicht bezweckt. Auch hier gilt:
Achten Sie darauf, dass die Geräte ein Prüfzeichen des „Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs“ (DVGW) tragen.


Der DVGW prüft die auf dem Markt befindlichen Geräte auf Wirksamkeit.
Weiterhin sollten Sie sich an ein eingetragenes Installationsunternehmen oder die   
Stadtwerke wenden, diese stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.


7. Welche Materialien sollten für Trinkwasserinstallationen verwendet werden?

Die Wahl des Materials richtet sich nach den Eigenschaften des jeweiligen Trinkwassers. Anhand der Trinkwasseranalyse werden die Einsatzbereiche der Werkstoffe nach DIN 50930-6 überprüft und das geeignete Rohrmaterial ausgewählt.

Erkundigen Sie sich vor Baubeginn bei einem eingetragen Installationsunternehmen oder dem Versorger.
Für das gesamte Versorgungsgebiet der Stadtwerke Bad Pyrmont einsetzbare Rohrwerkstoffe:   
  • Kupferrohre blank                             
  • innenverzinnte Kupferrohre
  • Edelstahlrohre
  • Kunststoffrohre


Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass in der Trinkwasserinstallation immer Bauteile aus unterschiedlichen Werkstoffen eingebaut werden. Dabei können einzelne Bauteile Einsatzbeschränkungen unterliegen. Daher ist immer eine aktuelle Trinkwasseranalyse einzuholen (siehe DIN 1988-7). Weiterhin ist bei der Auswahl die DIN 50930-6 zu beachten!


8. „Nitrat im Trinkwasser“ ein Gesundheitsrisiko?

Nein! Nitrat kommt als Bestandteil von Natur- und Kunstdünger in den Boden. Da es wasserlöslich ist, kommt es auf diese Weise auch in das Grundwasser. Unser Grundwasser ist aber auch die Quelle unseres Trinkwassers, so nehmen wir mit dem Trinkwasser auch Nitrat auf. Die Trinkwasserverordnung legt Grenzwerte für Konzentrationen bestimmter Inhaltsstoffe fest. Dabei werden große Sicherheitsspannen berücksichtigt. Die Grenzwerte sind so niedrig bemessen, dass die menschliche Gesundheit bei lebenslangem Trinkwassergenuss nicht geschädigt werden kann. Besondere Beachtung ist dem Nitratgehalt zu schenken, wenn das Wasser zur Herstellung von Säuglingsnahrung benutzt werden soll. Bis etwa zum sechsten Lebensmonat sind Säuglinge besonders gefährdet. Da bei ihnen das Schutzsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist, kann zuviel Nitrat wegen der teilweisen Umwandlung in Nitrit gefährlich werden. Es kann zu Methämoglobinämie (Säuglingsblausucht) führen. Für weitere Fragen, wenden Sie sich bei Bedarf an Ihren Kinderarzt.[pre]

Nitratwerte der Wasserversorgungsanlagen Stadtwerke Bad Pyrmont
Wasserwerk Nitratwert in mg/l Stand
Amelgatzen 19,7 17.09.2012
Glesse 36,1 17.09.2012
Bergbrunnen Hohenborn 21,2 17.09.2012
Hauptbrunnen Hohenborn 22,6 17.09.2012
Westfalenbrunnen Hohenborn 19,7 17.09.2012
Meiborssen unter 2 17.09.2012


Nitratwerte im Vergleich
Trinkwasser (Grenzwert) 50 mg/l
Spinat                     2.000 mg/kg
Kopfsalat             2.500 mg/kg
Kartoffeln                56 mg/kg
Käse                         35 mg/kg
Gurken                         200 mg/kg
Rote Rüben               3.000 mg/kg
Eisbergsalat               1.100 mg/kg



9. Wird das Trinkwasser oft gechlort?

Nein, die Stadtwerke Bad Pyrmont desinfizieren das Trinkwasser nur, wenn der Gesundheitsschutz es erfordert.


10. Warum wird das Trinkwasser überhaupt gechlort?

Die Desinfektion (Chlorung) des Trinkwassers, wird als vorbeugende Maßnahme zur Sicherstellung der hygienischen Qualität des Trinkwassers eingesetzt. Eine Chlorung des Wassers wird immer nur in Absprache mit dem Gesundheitsamt Hameln-Pyrmont vorgenommen.



Stadtwerke Bad Pyrmont GmbH

Südstraße 3
31812 Bad Pyrmont
Tel. 0 52 81/915-0

GESETZLICHE VORGABEN

Impressum
Streitbeilegung
Datenschutz

Veröffentlichungspflichten Netz
Strom
Gas

SIE ERREICHEN UNS

Tel. 05281/915-0  Fax 0 52 81/915-146
email info@stw-bp.de

Öffnungszeiten

Mo - Mi  8.00 - 15.30 Uhr
Donnerstag  8.00 - 17.30 Uhr
Freitag  8.00 - 13.00 Uhr

Bereitschaftsdienst

Zentralruf 24 Stunden  Tel. 0 52 81/915-0